Donnerstag, 16. Februar 2017

Tamarillo

Die glatten, eiförmigen Früchte wachsen auf immergrünen Bäumen. Obwohl sie auch in Europa angebaut werden, sind sie bei uns noch weitestgehend unbekannt. Ursprünglich stammen die Nachtschattengewächse aus dem bolivianisch-argentinischen Bergland. Wegen ihres Aussehens werden sie auch Baumtomaten genannt. Die feste Haut der Tamarillo ist zwar nicht giftig, man sollte sie aber trotzdem nicht unbedingt essen. Ihr Geschmack ist sehr bitter und äußerst unangenehm. Das Innere jedoch ist weich, süßherb und saftig.
Manche kochen mit der Tamarillo, andere wiederum verwenden sie zur Herstellung von Getränken, Brotaufstrichen, verschiedenen Süßspeisen oder verarbeiten sie zu Marmelade und Chutneys. In den allermeisten Fällen aber wird die Frucht roh wie Obst gegessen. Dabei wird die Tamarillo halbiert und je nach Geschmack gezuckert ausgelöffelt.

Mittwoch, 15. Februar 2017

Büble Bier

Das Büble Bier stammt aus dem Allgäuer Brauhaus in Kempten. Die Biergeschichte in dieser Region reicht zurück bis in die Zeit der Kelten. Bereits 1394 berichteten Archive von den Ursprüngen des heutigen Brauhauses, das damit zu den ältesten Brauereien Deutschlands gehört. Das Büble Bier soll an die Zeit erinnern, als es noch keine Bierflaschen gab, das Gebräu ausschließlich in Holzfässer abgefüllt und nur in den Brauereigaststätten und Wirtshäusern frisch gezapft und ausgeschenkt wurde. Wer sein Bier zuhause genießen wollte, musste es sich dort abholen. So wurden oft die Söhne wie seinerzeit auch Nervenruh in seinen Kindertagen von ihren Vätern mit einem Masskrug in die Gast- und Wirtshäuser geschickt, um offenes Bier zu kaufen und nach Hause zu bringen. Zu diesem Zweck gab es damals die Gassenschenke, ein Fenster mit einer Glocke neben der Theke, durch das der Wirt seine Laufkundschaft bedienen konnte. Aus dieser Tradition entstand Anfang der 1950er-Jahre das Büble Bier, das in sechs verschiedenen Sorten hergestellt wird: Bayrisch Hell, Urbayrisch Dunkel, Radler Naturtrüb, Festbier, Edelweißbier und Edelbräu. Nervenruh führte sich letzteres zu Munde. Das nach dem bayerischen Reinheitsgebot gebraute Allgäuer Büble Edelbräu aus der Bügelflasche besitzt eine tiefgoldene Farbstruktur mit optischer Brillanz und leicht rötlichen Farbkomplexen. Den kräftigen Auftritt rundet eine kernige Optik ab. Eine üppig schneeweiße Schaumkrone krönt das süffige Bier. Das Zusammenspiel aus einer dezenten Hopfenbittere im Antrunk und nussig-würzigen Aromen im Körper deuten auf den verwendeten Hallertauer Hopfen und die auserlesenen Spezialmalze hin. Diese gelungene Kombination sorgt im Abgang für ein wohlig-warmes Mundgefühl. Allgäuer Büble Edelbräu eignet sich als Begleitung zu würzigen Speisen. Kräftige Käsesorten wie Romadur, Streich- oder Rotschmierkäse sind mit ihrem reifen Charakter eine gute Ergänzung. Der aromatische Malzkörper verträgt aber auch Geschmacksnoten wie würzige Braten, deftige Eintopfgerichte oder pikante Brotzeitteller. Man kann sich das flüssige Gold mit einer Stammwürze von 12,5 % und einem Alkoholgehalt von 5,5 % aber auch einfach so hinter die Binde kippen.

Montag, 13. Februar 2017

Bad Reichenhall

Der letzte Besuch im Kurort, das letzte Abendessen, der letzte Spaziergang durch die Fußgängerzone, der letzte Besuch im Kurpark, die letzte Nacht in der Bahnhofstraße, das letzte Frühstück im Erdgeschoss und dann vollgepackt auf die Autobahn. „In jeder großen Trennung liegt ein Keim von Wahnsinn; man muss sich hüten, ihn nachdenklich auszubrüten und zu pflegen,” schrieb einst Johann Wolfgang von Goethe.
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Donnerstag, 2. Februar 2017

Falsche Pferde

„Aufs falsche Pferd setzen” bedeutet eine Entscheidung zu treffen, die sich später als falsch oder ungünstig herausstellt. Wer aufs falsche Pferd gesetzt hat, hat sich zum Beispiel für Picasa oder Arcor entschieden. Die umgangssprachliche Wendung leitet sich von den Wetten bei Pferderennen ab. In der Regel wird die Redewendung in der Vergangenheitsform verwendet, da sich oft erst in der Rückschau einschätzen lässt, ob eine Entscheidung richtig oder falsch war. Wer sich vor Jahren für Picasa oder Arcor entschieden hat, hat jedenfalls auf die falschen Pferde gesetzt.

Mittwoch, 1. Februar 2017

Spitzkrautrouladen

Sechs große Kohlblätter vorsichtig vom Krautskopf ablösen. Das Hackfleisch in eine Schüssel geben, mit der gehackten Zwiebel, Salz, Pfeffer und Kümmel vermengen, ein Ei und eine in Milch aufgeweichte alte Semmel hinzugeben, vermengen und zu einem Teig kneten. Ganze Kohlblätter in kochendem Salzwasser blancieren und mit Eiswasser abschrecken. Nun etwas Hackteig in einem Kohlblatt einwickeln und mit Garn umwickeln. Die Wickel nun in einem Topf mit Bratfett scharf anbraten und mit dem Gemüsefond ablöschen, alles bei niedriger Hitze langsam bei geschlossenem Deckel ungefähr dreißig bis fünfundvierzig Minuten vor sich hinköcheln lassen. Wenn alles gar ist, die Rouladen herausnehmen, in die Sauce etwas Tomatenmark geben und gut verrühren. Schmeckt ausgezeichnet mit einer halben Zwiebel und etwas vom restlichen in schmale Streifen geschnittenen Kraut im Sud. Dazu munden Kartoffeln.