Sonntag, 16. April 2017

Da haben wir den Salat

In der Mitte ein paar Hände voll Lollo Rosso, Batavia grün, Rucola, Mitsuna, Tatsoi, roter Eichblatt und Mangold. Drumherum Gurken- und Radieschenscheiben, Cocktailtomaten, dünne Ringe roter Zwiebeln, Salz, Pfeffer, Petersilien- und Basilikumblättchen. Darauf eine Mischung aus Erbsentrieben, Spinat, wildem Senf, Schafgarbe, Pimpinelle, Bulls Blood, Bronzefenchel, rotem Rucola, Wasserkresse, Landkresse, Lepidium, Mitsuba, Petersilie, rotem und grünem Minzuno, rotem und grünem Tatsoi, rotem Mangold und verschiedenen essbaren Blüten. Darüber ein Dressing bestehend aus zwei Esslöffeln Essig, sechs Esslöffeln nativem Olivenöl der feinsten Sorte, Salz, Pfeffer, Zucker und dem Saft einer Zitrone. Auf der Spitze ein Gestrüpp aus Gartenkresse.

Freitag, 14. April 2017

Die Schlacht auf dem Lechfeld

In Königsbrunn steht neben dem größten auf historischer Kartografie beruhenden Globus der Welt, dem Mercateum, der „Regionale Informations- und Präsentationspavillon 955 zur Lechfeldschlacht“, kurz „Infopavillon 955“. Dort lässt sich im Untergeschoss des Gebäudes mithilfe von drei aufwendig gestalteten Landschaftsdioramen, mehr als zwölftausend handgefertigten Zinnfiguren und modernster Museumstechnik der Verlauf der damaligen Ereignisse nachvollziehen.
Das erste Diorama zeigt Augsburgs Belagerung durch die Ungarn. Unter dem später heiliggesprochenen Bischof Ulrich wurde die Stadt verteidigt. Zu sehen ist die schwach befestigte Stadt mit ihrem Mittelpunkt, dem romanischen Dom. Das zweite Diorama stellt den Überfall der Ungarn auf den Tross der Deutschen an der Schmutter dar. Im Vordergrund ist das niedergebrannte Dorf Hainhofen zu sehen. Das dritte und größte Diorama zeigt die Flucht der Ungarn über den Lech, der damals noch ein vielarmiger Wildfluss war. Im Hintergrund ist das Lager der Ungarn bei Kissing zu erkennen. Ein durchdachtes Ton- und Lichtsystem informiert über die Hintergründe der Schlacht, erklärt ihren Verlauf und lenkt den Blick gezielt auf zentrale Szenen.
Über diese Schlacht hinaus befasst sich die Ausstellung mit den jahrhundertelangen Beziehungen zwischen Deutschland und Ungarn. Sie vermittelt die Verbindungen der beiden Völker in ihren vielfältigen und unterschiedlichen Ausprägungen bis in die Gegenwart. Außerdem sind Waffen und Ausrüstungsgegenstände der Magyaren ausgestellt. Des weiteren wird noch ein kleiner Einblick in die Herstellung der Dioramen und Zinnfiguren von Martin Sauter angeboten. 
Noch kurz etwas zur eigentlichen Geschichte: Nachdem das Reitervolk der Ungarn Europa jahrzehnte lang mit Beutezügen heimgesucht hatte, endeten diese Überfälle mit dem drei Tage anhaltenden Gemetzel bei Augsburg. Bayern, Böhmen, Franken, Schwaben und Sachsen hatten sich zusammengetan und konnten so den Gegner vernichtend schlagen. Die Schlacht auf dem Lechfeld stellt einen Meilenstein der deutschen Geschichte dar. Ohne dieses Ereignis wäre aus Preußen nie etwas geworden. Als König Otto am 10. August 955 vom Pferd stieg, ahnte er nicht im Geringsten, dass ganz in der Nähe exakt eintausend Jahre und zwei Wochen später Nervenruh das Licht der Welt erblicken wird. 
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Dienstag, 11. April 2017

Leben

Auch wer schon seit Jahrzehnten sein Leben mit einem Garten teilt, ist immer wieder überwältigt vom Frühling, der wie eine Neugeburt erscheint nach dem Winter, der der Tod war. Alles erwacht wieder. Die Flora schießt aus dem Boden und die Fauna entwickelt ein quirliges Treiben. Es summt und brummt und zwitschert.
Zum großen Teil ist das Leben für menschliche Ohren jedoch nicht wahrnehmbar und völlig geräuschlos. Nicht nur die Pflanzen, sondern zum Beispiel auch das aus näherer Distanz betrachtete, putzig anzusehende Tierchen, das sich mit Vorliebe am Blaukissen zu schaffen macht und immer ruhelos ist und in Bewegung.
Der Lurch, der in der feuchten Erde lebt, erschrickt, sobald er entdeckt wird. Er lebt zwar auch vom Leben, will aber von demselbigen nicht gestört werden. Er ist auf den ersten Blick unauffällig, selten zu sehen, immer ohne irgendwelche Beschwerden, ohne jeglichen Ton und gänzlich still. Ganz nebenbei flattern Schmetterlinge kommentarlos durch die Luft. Auch sie leben lautlos.

Samstag, 8. April 2017

Weder Fisch noch Fleisch

Um ein schmackhaftes, sättigendes Essen zuzubereiten braucht es nicht unbedingt Fleisch oder Fisch. Dass es auch ganz ohne diese Zutaten geht, beweist dieser von der Mittelmeerküche beeinflusste Auflauf. Dazu braucht man erstmal Nudeln. Am besten eignen sich kurze Röhrennudeln mit gerillter Oberfläche wie Rigatoni. Gegen die Verwendung von Sorten mit geringerem Durchmesser wie Tortiglioni oder Penne Rigate spricht aber auch nichts. Während die Teigwaren kochen, werden gehackte rote Zwiebeln und Knoblauch in Olivenöl leicht angedünstet und mit Tomatenmark angebraten. Abgelöscht wird mit etwas Nudelwasser und gehackten Tomaten. Gewürzt wird je nach Geschmack, empfohlen sei aber Salz, Pfeffer, edelsüßes Paprikapulver, Zucker und etwas von der Pizzagewürzmischung. Nach kurzem Aufkochen wird diese Soße mit den al dente gekochten Rigatoni vermengt. Das Ganze kommt dann in eine Auflaufform. Dort werden gewürfelter Mozzarella, kleingeschnittene, getrocknete Tomaten und grob gehackte Basilikumblätter untergemischt. Oben drüber wird Parmesan und geriebener Käse wie zum Beispiel Emmentaler gestreut und mit schwarzen Oliven belegt. Dann wird der Auflauf gebacken, bis der Käse schmilzt und die gewünschte Färbung vorweist. Vor dem Servieren kann das Gericht noch nach Lust und Laune mit frischen Basilikumblättchen belegt werden.
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Freitag, 7. April 2017

Steinenbronn

Die Gemeinde Steinenbronn liegt südlich der baden-württembergischen Landeshauptstadt im Landkreis Böblingen am Rand des Naturparks Schönbuch und am alten Handelsweg von Stuttgart in die Schweiz. Auf der Gemarkung liegt die abgegangene und aufgegebene Ortschaft Höfen, eine Wüstung. Steinenbronn mit seinen aktuell etwas über 6200 Einwohnern hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Erste belegte Besiedlungen gab es bereits vor über 4500 Jahren durch Ureinwohner der Jungsteinzeit, die nächste belegte Besiedlung dann im Jahr 450 v.Chr. durch Kelten vom Stamm der Helvetier. Später verdrängten die Germanen die Kelten in Richtung Süden, fast gleichzeitig kamen die Römer. Diese wurden aber dann später von den Alemannen wieder zurück an den Rhein verdrängt. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes geschah 1348, da im Jahre 1347 der Pfalzgraf von Tübingen beträchtliche Ländereien und Rechte im Reichsforst Schönbuch und damit auch den Ort Steinenbronn an die Grafen von Württemberg verkaufte. Im Jahr 1348 lebten dort etwa einhundert Einwohner auf fünfundzwanzig Höfen. 1534 wurde Steinenbronn komplett evangelisch und blieb es bis 1945. Während des Dreißigjährigen Krieges hatte das Dorf schwer zu leiden. Aus dieser Zeit stehen nur noch zwei Bauwerke: ein Kirchturm, der über einer gotischen Wandnische die Jahreszahl 1470 trägt, und ein Wohn- und Geschäftshaus. Im Zweiten Weltkrieg gingen binnen einer Nacht im Hagel von Spreng- und Brandbomben die Kirche, zwölf Wohnhäuser und dreißig Scheunen in Flammen auf. Nach der Währungsreform wuchs die Ortschaft und mit ihr die Infrastruktur und die Anzahl der Gebäude. Oben abgebildet ist die katholische Heilig-Geist-Kirche, die 1964 fertiggestellt wurde.
Wer noch nie im ruhigen und beschaulichen Steinenbronn war, hat auch nichts Großartiges versäumt, sollte sich aber jemand dorthin verirren, so sei ihm das Hotel Krone ans Herz gelegt, in dem ganz besonders schmackhafte Mahlzeiten aus der schwäbischen Küche serviert werden.